Ave's Place - Alltägliche Bösartigkeiten und der ganz normale Wahnsinn



Guitar Hero

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Die Keit, dass John Frusciante die Red Hot Chili Peppers verlassen hat, ist ja so Neuig jetzt auch nicht mehr. Wie groß die Tragweite dieses Austritts ist, lässt sich nur schwer beschreiben. Frusciante war für die RHCP mehr als nur ein Gitarrist. Er ist ein Akkordzauberer: Ein älteres Interview im Gitarrenmagazin "Guitar" war für Laiengitarristen wohl nur mit Wörterbuch und Grifftabelle zu lesen. Ein Meister im Konzipieren von ungewöhnlichen Akkordfolgen, am besten zu hören wohl auf By The Way. Er ist ein brillianter Techniker: Ich gebe gerne zu, dass ich immer noch vergeblich versuche, das Riff von "Can't Stop" nachzuspielen. Ich kenne die Töne. Ich weiß, wo sie liegen. Aber es klingt niemals so funky. Und man muss sich nur mal ansehen, wie er "Snow" live spielt. Und er ist ein Effektzauberer: Auf der Bühne hat er eine Effektsammlung von über einem Meter vor sich auf dem Boden stehen und was er damit zustande bringt, ist manchmal einfach nur unglaublich. Unvergessen der Übergang aus einem Klaviersound(!) in ein Riff auf Live at Hyde Park während einem Jam mit der Band.

Aber die Red Hot Chili Peppers sind eben eine Funk/Rock-Band. Offensichtlich reicht das Frusciante nicht mehr. Wenn man mal in sein Solowerk reingehört hat, merkt man, dass er viel mehr mit Sounds und Rythmen experimentieren will. Von melodisch über sphärisch bis zu psychedelisch aber trotzdem rythmisch groovend klingt es da und man merkt sofort, wer seine zwei größten Idole sind: David Bowie und - Jimi Hendrix. Ich behaupte aber jetzt mal, dass John schon längst weiter ist. Shadows Collide With People ist definitiv mal ein Reinhören wert, wenn man sein Solowerk noch nicht kennt.

Ist ein viel längerer Text geworden, als beabsichtigt. Dabei wollte ich bloß eines sagen: Das obige Video zeigt, warum er einer der besten Gitarristen der Welt ist und die Red Hot Chili Peppers jetzt vor einer großen Herausforderung stehen.


Wir sind zu tolerant!

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Aus aktuellem Anlass nach Ewigkeiten mal wieder ein paar Zeilen von mir. Bin leider die letzten Wochen nicht dazu gekommen. Uni, Ehrenamt, etc. lassen halt doch nicht allzu viel Zeit. Wie dem auch sei.

Ein weithin bekannter Discounter hat in seinem aktuellen Sortiment ein Faschingskostüm, welches eine Nonne mit Minirock und Spitzen-Strumpfband darstellt. Einige empörte Bürger wenden sich daher mit der Bitte um Abhilfe an ihren Stadtrat. So weit, so anständig (von den Bürgern, natürlich).

Besagter Stadtrat, aus München, findet die Kritik grundsätzlich richtig, ist aber nach eigener Aussage überrascht ob der empörten Bürger. Zitat „Wir [sind] bei Geschmacklosigkeit gegen unsere eigene Religion derart tolerant, daß mich die Empörung wundert.“

Als ich das gerade gelesen habe hat bei mir sofort ein Denkprozess eingesetzt, welcher mich auch zu diesem Beitrag animiert.

Sind wir wirklich so tolerant gegenüber unserer Religion? Sind wir nicht insgesamt sehr tolerant gegenüber unserer Kultur, unserer nationalen Identität, also der Identität der Nation der Deutschen? Wer sind eigentlich wir?

Die letzte Frage vorweg. Könnte man nicht argumentieren, dass ein Mensch, der keine Gedanken an Religiosität verschwendet, vielleicht alternative Glaubensformen sein Eigen nennt, ein solches Kostüm einfach nur lustig findet und es nicht als gezielte Aussage versteht? Der (traditionelle) Fasching kennt ja viele Beispiele in dieser Richtung. Man braucht sich nur einmal zu überlegen was Elferrat, Rathaussturm, Prinzenpaar oder das Kölner Dreigestirn ursprünglich waren: Persiflagen, Verballhornungen der damaligen gesellschaftlichen Realitäten. Und da Fasching ist eben auch für Jedermann straffrei. Wenn jetzt also jemand eine Nonne, einen Priester, einen Mönch oder jedweden kirchlichen Würdenträger eben nicht als Würdenträger, sondern lediglich als Autorität einer von ihm nicht anerkannten Gesellschaft ansieht, wäre nicht gerade dann eine Persiflage auch wertneutral, oder deutungsfrei möglich?

Ich denke nicht. Denn der entscheidende Punkt hierbei ist, dass eine gewisse, gar nicht mal kleine Gruppe innerhalb der Gesamtgesellschaft sich hierdurch im religiösen Ehrgefühl berührt, ja sogar diskriminiert fühlt.

Hier kommt nun in mir die, durch die gesellschaftlichen Konventionen antrainierte politische Korrektheit durch. Fast wollte ich schreiben, dass eine solche gefühlte Diskriminierung ein derartiges Verhalten verbietet. Dem ist aber nicht so. Ich beanspruche für mich ja auch das Recht sagen zu dürfen, dass ich die organisatorische Struktur der islamischen Religion hierzulande für unzumutbar halte und dass ein Imam auch in der Türkei predigen soll, wenn er schon dort ausgebildet wird. Diese Aussagen berühren sicherlich nicht wenige Muslime an ihrer Ehre. So wie mich ein geschmackloses Nonnen-Kostüm berührt.

Wenn also Anstand und Pietät ein solches Kostüm nicht verbieten, dann kann das die sogenannte politische Korrektheit schon gleich gar nicht.

Wichtiger finde ich die Frage nach der Toleranz. Für meine Seite habe ich die Frage schon beantwortet. Ich bin gegenüber dem Umgang meiner Kultur, Religion und Nationalität insofern tolerant, als dass ich für mich selber keine weiter gefassten Schutzräume beanspruche, als ich sie anderen Menschen zuzusprechen bereit bin. Das kann natürlich mal mehr, mal weniger sein. Beim Thema Religion mache ich mich persönlich da wohl öfter sehr eng, was an meiner persönlichen Verbundenheit mit dem Thema liegt. Ich respektiere aber gleichzeitig auch Jedermanns persönliche Einstellung zu seinem Glauben und seiner Spiritualität. Zumindest solange Diskussionsbereitschaft besteht.

Es gibt diesen schönen Satz, dass man nur dann eine Brücke zu einer anderen Kultur bauen kann, wenn auf der eigenen Seite ein solider, gefestigter Brückenkopf steht. Wenn ich also gerade im Dialog mit anderen Kulturen/Religionen/Nationen meinen eigenen Standpunkt hinterfrage und kritisch betrachte, vielleicht auch mal einen etwas fraglichen Scherz lese/sehe/höre ist das in Ordnung. Aber nur unter der Prämisse, dass ich meinen eigenen Standpunkt eben auch kenne und bereit bin ihn zu verteidigen.

Wenn dieser Aspekt wegfällt, dann können wir wohl schon von einer zu großen Toleranz sprechen. Womit wir bei der Kernfrage wären: Haben wir Deutsche ein ausreichendes Verständnis von unserer Kultur, ein ausreichend großes Selbstvertrauen und bringen wir vor allem ein ausreichendes Maß an Mut und Willen auf für unsere Identität einzustehen?

Ich sage nein, ich weiten Bereichen ist dies nicht der Fall.

Gerade erst habe ich über die Deutsche Sprachwelt, eine Zeitschrift zum Erhalt der Deutschen Sprache, einen sehr aufschlussreichen Artikel über den Stellenwert der Deutschen Sprache in Europa entdeckt und gelesen. Bekannt ist, dass Deutsch einen untergeordneten Stellenwert innerhalb der Europäischen Union stellt, obgleich über 100 Millionen Einwohner der EU deutschsprachig sind. Der Unmut sich unserer Sprache zu bedienen geht nun mittlerweile soweit, dass einige Ländervertretungen bei der EU bereits ganze Veranstaltungen in englischer Sprache abhalten um sich etwaige Dolmetscher zu sparen. Nordrhein-Westfalen und Hamburg wollen bei bestimmten Gerichtsverfahren Englisch als Verfahrenssprache zulassen. Außenminister Westerwelle verweigert die Beantwortung einer englisch gestellten Frage auf Englisch und wird dafür in der Öffentlichkeit zunächst einmal kräftig zusammengestaucht. Das sind alles nur Symptome, aber in meinen Augen zeichnet sich da eine ganz bestimmte Geisteshaltung ab.

Und die Sprache ist eben nur ein Beispiel unter vielen. Natürlich muss man eine Vorsicht des Deutschen Volkes mit seiner nationalen Identität/Kultur vor dem historischen Hintergrund verstehen. Aber ich finde es, als weiteres Beispiel, unerträglich, dass hierzulande eine „Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen“ dazu aufrufen kann sich zum „Schampussaufen“ am Ehrenmal der Bundeswehr im Bendlerblock zu treffen. Und zwar jedes Mal, wenn ein Bundeswehrsoldat im Einsatz sein Leben verliert. Egal wie man zu den Auslandseinsätzen der Bundeswehr auch stehen mag, das ist weit mehr als geschmacklos. Viel schlimmer aber ist das Ausbleiben öffentlicher Empörung. Da sind wir wieder einmal zu tolerant. Da legen wir keinen ausreichenden Willen an den Tag die Ehre unserer Soldaten zu verteidigen. Ja, manchmal könnte man schon das Gefühl bekommen, dass wir den Artikel Eins GG uns selbst gegenüber ein wenig relativieren. Denn Kultur, Religion und Identität sind unverzichtbare Bestandteile der Würde eines Jeden.

Meine persönliche Hoffnung ist ja, dass meine Generation wieder unbefangen mit diesen Themen umgeht und somit die Wichtigkeit der eigenen Herkunft wiederentdeckt. Kein Mensch sagt ja, dass die Pflege von Kultur, Religiosität und Nationalstolz in irgendeiner Weise exkludierend wirken müssen. Wie gesagt, Brückenkopf.

Abschließend. Ich finde nicht, dass ein großer Discounter ein Nonnen-Kostüm mit Spitzen-Strumpfband vertreiben muss. Ich finde es geschmacklos und empfinde eine gewisse Kränkung meiner religiösen Gefühle. Ich denke, dass es durchaus wichtig und richtig ist, wenn dies auch möglichst viele Menschen äußern. Aber ich kann es durchaus verschmerzen wenn es auch Menschen gibt, die meinen so etwas gäbe einen feschen Faschings-Klamauk ab. Dafür darf ich aber dann an Fasching auch wieder singen: „Ich bin so froh, dass ich nicht evangelisch bin…“.

Gruß.


Der schönste Elfmeter der Welt

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Hans-Jörg Butt (ehem. Ersatztorwart mit Aussicht auf Karriereende beim FC Bayern) gegen Gianluigi Buffon (viermaliger Welttorhüter des Jahres). Gestern. Zum Niederknien.


Der beste FC Hollywood aller Zeiten!

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Franz Beckenbauer sieht das geruhsame Altenteil in nicht mehr allzu weiter Ferne, Uli Hoeneß will demnächst dessen Posten in Aufsichtsrat und Vereinsspitze übernehmen. Hat aber schon angekündigt, ein "sehr aktiver Präsident" sein zu wollen. Was durchaus eine Drohung ist. Kalle Rummenigge und Karl Hopfner wollen noch ein bisschen weitermachen als Vorstandvorsitzender und Finanzvorstand der FC Bayern AG. Was in diesen Zeiten langsam auch als Drohung zu verstehen sein könnte.

Nach dem Experiment Klinsmann sollte wieder Ruhe und Besonnenheit in der Säbener Straße einkehren. Louis van Gaal sollte die Mannschaft des FC Bayern München wieder mit einem sichbaren Konzept und Spielsystem und dem daraus resultierenden Erfolg ausstatten. Langfristig. Oder, mit dem neuen Lieblingswort der Politik und Wirtschaft ausgedrückt: Nachhaltig. Diese langfristige Planung scheint jetzt nach gradmal einem halben Jahr zu Ende zu sein. Und der Status der Bayern aktuell ähnelt ihrem Status während dem Klinsmann-Experiment zu dieser Zeit der Saison verblüffend, wenn auch auf eine andere Art. Klinsmann hatte nie ein erkennbares Spielsystem gezeigt, van Gaal wechselte seine Anfangsmannschaft so oft, dass es selbst Rotations-Experte Ottmar Hitzfeld durchdrehen lässt. Klinsmann wurde von der Mannschaft nie ernst genommen und van Gaal wird von ihr gefürchtet. Was beides zu Authoritätsverlust führen kann, weil das renitente Spielerpack heutzutage ja ihres Jobs relativ sicher sein kann, da ja immer nur die Trainer für die eventuelle Unfähigkeit ihrer Spieler büßen müssen. Bei den Roten komt aber noch ein weiteres Pack hinzu, das großen Anteil an der aktuellen Situation hat: Der Vorstand. Genauer: Hoeneß und Rummenigge.

Klar kann und darf man die Leistung dieser beiden nicht schmälern, vor allem die Hoeneß'. Sein Lebenswerk ist unbestritten. Aber er ist drauf und dran, diesem Lebenswerk ein vorläufiges Abschlusskapitel anzufügen, das mit den Worten "Am Ende hinterließ er jedoch einen Scherbenhaufen..." beginnt. Und er ist selber ein Grund dafür. Für Subtilität war er ja nie bekannt, aber es scheint, als hätte sich in der Vergangenheit eine nicht geringe Portion Alterssturheit dazugemischt. Spätestens seit dem ersten Abgang Hitzfelds zeigt es sich, dass seine Treffsicherheit bei Spieler- und Trainertransfers ziemlich nachgelassen hat. Felix Magath ließ nicht so spielen und arbeitete nicht so, wie es die Vorstandschaft es haben wollte und musste trotz Erfolges (zweimal Meister und Pokalsieger immerhin) gehen. Das Experiment Klinsmann wurde großartig angekündigt und als große Wende in die Zukunft verkauft, die aber auch nach spätestens einem Vierteljahr endete, als der Vorstand es nicht mehr aushielt und anfing Klinsmann in vielen Dingen reinzureden, bis hin zur Taktik und Mannschaftsaufstellung. Damals schon dachte ich mir, dass ein richtiger Trainer sich sowas nie gefallen lassen würde. Und auch van Gaal muss die Eitelkeiten und das Geltungsbedürnis der Vorstandschaft jetzt spüren: Hoeneß schreibt ihm jetzt schon öffentlich vor, dass er gefälligst das System zu spielen hat, das Hoeneß und Rummenigge sehen wollen. Hoeneß sitzt zwar jetzt auf der Tribüne, steht aber in Gedanken immer noch neben dem Trainer. In jeder Hinsicht. Wie soll ein Trainer da ungestört arbeiten, wenn ein offenbar immer geltungssüchtigerer und abgehobener Vorstand es nicht lassen kann, sich einzumischen?

Der Eindruck, dass Hoeneß die Bodenhaftung auch im Umgang mit der Mannschaft immer mehr zu verlieren scheint, zeigte sich auch in seiner Reaktion auf die Fundamentalkritik Philipp Lahms. Natürlich hat Lahm mit dieser Art von öffentlicher Kritik gegen interne Regeln des Vereins verstoßen und deshalb auch seine Strafe kassiert. Aber das war ihm vorher auch schon klar. Das ändert immer noch nichts an der Tatsache, dass Philipp Lahm mit seinen angeführten Kritikpunkten absolut richtig gelegen hatte. Dass er, um diese Punkte vorbringen zu können, in die Öffentlichkeit gegangen ist, anstatt direkt zum Vorstand (was dieser ja angeblich begrüßt), zeigt meiner Meinung nach, dass Lahm genau wusste, wie der Vorstand reagiert hätte: Sie hätten ihm wahrscheinlich höflich zugenickt, linkes Ohr rein - rechtes raus, tschüss Philipp, schön, dass du da warst. Es sagt einiges über Lahms Charakter aus, dass er den Ärger in Kauf genommen hat um mit dieser Kritik etwas beim FC Bayern auslösen zu wollen. Und es sagt einiges über Hoeneß Charakter dieser Tage aus, wie er darauf reagiert hat. Vieleicht hat Hoeneß recht und es war auch ein bisschen Profilierungsstrategie dahinter, aber nichtsdestotrotz kann man in diesem Interview den Eindruck bekommen, dass der Zug des Zeitgeistes im Fußball langsam an ihm vorbei gefahren ist. Und er es noch nicht bemerkt hat. Stichwort Alterssturheit. Rummenigge hat jedenfalls um einiges besser reagiert. Stattdessen wird über langjährige Trainer gespottet, die aber wenigstens eine klare Philosophie und ein Konzept haben und über Jahre hinweg konstante Leistung abliefern. War Wenger nicht mal Hoeneß' Lieblingstrainer? Ach ja, nebenbei beleidigt er noch einen ehemaligen Bayernspieler.

Die kommende Generalversammlung der FC Bayern München könnte jedenfalls recht interessant werden, Potential für einen weiteren Hoeneß-Austraster ist genug vorhanden. Aber er sollte besser ruhig und aufmerksam zuhören, wenn Vereinsmitglieder aus gutem Grund ihre Kritik äußern. Und wenn van Gaal gehen muss, wer soll dann kommen? Das ist eine Frage, auf die ich spontan keine antwort habe.


Würzburg brennt.

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Wie man in den vergangenen Tagen oft gehört hat sollte man mit Superlativen eher vorsichtig sein. Aber dieser Titel „Uni brennt“, bzw „Würzburg brennt“ ist ja wohl mit das dümmste, was man sich hatte einfallen lassen können. „Dresden brennt“, „Würzburg brennt“. Woran denk‘ ich da nur?

Nun gut, Formsache.

Ich bin gestern Nachmittag mal zum AudiMax gepilgert um mir selber ein Bild von der Situation und dem Vorhaben der Besetzer zu machen. Gegen 18:30 Uhr kam ja dann auch der Universitätspräsident und hat sich einer eher schlecht als recht organisierten Diskussion gestellt.

Lang war ich nicht da. Einerseits aufgrund der Tatsache, dass es wohl kaum nennenswertes zu erfahren gab, andererseits natürlich auch einfach aufgrund des sonstigen Publikums und vor allem des Wortführers der Besetzer. Dass dieser in einem T-Shirt der solid-Jugend aufgetreten ist offenbart schon einiges. Und genauso visionär-utopisch die Programmatik von solid ist, so entrückt empfinde ich die Forderungen der Besetzer.

Nachdem ich heute allerdings eine Informationsveranstaltung zum nahenden Studienabschluss hatte muss ich nach reiflicher Reflexion sagen, dass die Ideen und Ziele der Hand voll Leute im AudiMax ja im Grunde schon rechtens sind.

Eine Abschaffung von Studienbeiträgen halte ich für grundfalsch. Aber klar ist, dass diese in Zukunft noch sinnvoller und besser verteilt werden müssen. Ebenfalls darf man sich auch einer Diskussion über eine Änderung der Beträge, bzw. einer Bemessungsgrundlage für die Beträge nicht verschließen.

Der zweite Hauptkritikpunkt ist die Umsetzung des Bologna-Prozesses. Und diesbezüglich wurde mir heute wieder einiges vor Augen geführt. Ein kleines Beispiel: Will ich mich für einen konsekutiven Master-Studiengang bereits mit einer bewerteten Bachelor-Thesis bewerben, so müsste ich diese, angenommen der Master startet zum 01.10., bereits Ende Mai abgegeben haben. Und selbst dann kann ich mir nicht sicher sein, dass diese auch rechtzeitig zur Bewerbungsfrist Mitte Juli bewertet wurde. Kurze Erinnerung: Eigentlich dauert das Bachelor-Studium bis Ende sechstes Semester, also 30.09.

Natürlich habe ich Verständnis für bestimmte Fristen und Zeiträume, die schlichtweg benötigt werden um eine Arbeit von 40 Seiten auch ordentlich zu bewerten. Aber es ist wenig unterhaltsam am Beginn des fünften Semesters zu hören, dass es ratsam wäre die Abschlussarbeit innerhalb der nächsten sechs Monate zu schreiben, die anderen acht ausstehenden Hausarbeiten und Klausuren kann man ja dann noch irgendwie dazwischen oder danach machen.

Und das gilt, wohlgemerkt, nur für diejenigen, welche nach sechs Semestern Studium an der Universität Würzburg weitere vier Semester dort Studieren wollen. Der Bewerbung sind selbstverständlich Motivationsschreiben, Lebenslauf und Empfehlungen beizufügen. Man kennt sich ja nicht…

So schwer es mir fällt, in diese Wunde stoßen die AudiMax-Besetzer zu Recht. Die Umsetzung des Bologna-Prozesses und dessen Anpassung an das tradierte deutsche Hochschulsystem ist fehlgeschlagen. Wiederum ist dies allerdings nicht vorrangig ein Versagen der Hochschulen, bzw. der Hochschulleitungen. Vieles hierbei spielt sich auf anderen, höheren und vor allem politischen Ebenen ab. „Don’t shoot the messenger“, as Shakespeare said.

Mögen die Besetzer auch in manchem Punkt recht haben und mag auch manchmal gerade die Provokation zum Ziel führen muss ich abschließend doch noch eines sagen:

Würde mir durch einen Haufen von vielleicht 50 MannInnen die Möglichkeit genommen eine wichtige Vorlesungen zu hören (im BA ist nunmal jede Sitzung jeder Vorlesung unerlässlich), ich würde die Leute eigenhändig aus dem Saal komplimentieren!

Sie fordern freie Bildung und verweigern Hunderten sich zu bilden.

Gruß.


Da simmer dabei, wa?

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Gott mit dir, du Land der Baywa, deutscher Dünger aus Phosphat.
Über deinen weiten Fluren liegt Chemie von fruah bis spaat.
Und so wachsen deine Rüben, so ernährest du die Sau.
Herrgott, bleib dahoam im Himmi, mir hom Nitrophoskablau.
Schöne Grüße an meinen Arbeitgeber für diese Woche. Möge er mich gut bezahlen.


Must have!

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Aus aktuellem Anlass werde ich nun eine Top5-Liste von Dingen veröffentlichen, die so snobistisch sind, dass sie eigentlich kein normaler Mensch braucht, welche aber gleichzeitig allein schon durch deren Besitz ihren Eigentümer unabänderlich kategorisieren.
Es handelt sich hierbei im Grunde um kleine Accessoires, die so unauffällig sind, dass nur der Eigentümer selber bescheid weiß wie viele hunderte von Euro er für dne Spaß ausgegeben hat. Das ist dann elitäres Protzen auf oberstem Niveau! Kauft man sich einen Porsche kann man damit hervorragend eine Flasche Champagne einkaufen fahren, sodass es jeder mitbekommt. Maßgeschneiderte Anzüge aus feinen Stoffen sind auch noch für Jedermann erkennbar.
Den Gipfel der Dekadenz erreichen wir dann, wenn wir uns Dinge zulegen, welche niemals eine Menschenseele, außer dem Besitzer zu Gesicht bekommen wird; und selbst dann sollte man schon mindestens das Preisschild dranlassen, dass die Leute glauben, dass das Zeug wirklich so teuer war.

Platz 1 auf der Liste geht an: Die Kragenstäbchen aus dem fossilen Elfenbein eines Mammuts. Wahlweise in der Billig-Variante auch aus vergoldetem Messing. Manch einer könnte sich nun Fragen was Kragenstäbchen, oder Neudeutsch collar bones, überhaupt sind. Es sind (normalerweise) kleine Plastikstäbchen die in die Spitzen eines Hemdkragens gesteckt werden um diesen zu stabilisieren, damit das nicht so aussieht wie bei 80% der Anzugträger welche uns tagtäglich die Tagesschau versüßen. Wie gesagt, normalerweise sind diese aus Plastik und normalerweise sind diese auch fest vernäht. Aber was soll's denn, wer kann der kann! Und dann geht das auch mal für schlappe €119,- aus Teilen längst ausgestorbener Tierarten (die einfachere vergoldete Variante kostet immerhin noch etwa €65,-).

Auf Platz 2 landet die homöopathische Reiseapotheke. Für unschlagbare €52,- erhält man hier ein Etui aus feinstem allgäuer Rindsleder, bestückt mit 24 Glasampullen um seine wirkungslosen Placebo-Kugeln unterzubringen. Tatsache ist: Der Mann von Welt sollte nicht sparen, wenn es um seine Gesundheit geht! Und auch wenn klar ist, dass dieses Zeug zu nichts gut ist (macht ja nicht mal satt), kann man es trotzdem in anständig teurer Lederverpackung mit auf Reisen nehmen. Tolle Sache, wirklich!

Platz 3 belegt die Reisesonnenuhr Icarus. Wie sagt man so schön: "Wer mit der Zeit geht muss mit der Zeit gehen". Daher ist es doch reiner Selbstschutz wenn man den schweizer Chronographen ablegt und zur altbewährten Sonnenuhr zurückkehrt. Vielleicht ein wenig umständlicher in der Benutzung, aber das lässt sich ja dann ganz einfach zu einem traditionalen Zeremoniell verklären und schon ist es wieder Chic! Vorteil der Sonnenuhr außerdem: Sie wirkt gesundheitsfördernd, da man sich wohl oder übel keinerlei Termine zwischen Sonnenunter- und Aufgang wird legen können. Ergo jede Menge Freizeit im Winter! Das hier feilgebotene Modell funktioniert außerdem noch an jedem Ort der Welt in jeder Zeitzone. Und der Umwelt zuliebe lassen sich sogar noch Sommer- und Winterzeit einstellen. Mehr braucht nun wirklich niemand (Wecker ist ja auch schon integriert: Man steht einfach mit der Sonne auf!). Preis? €295,- die man zu keinem Zeitpunkt und an keinem Ort der Welt bereuen wird.

Ein weiteres, heiteres Produkt landet auf Platz 4: Der Kavaliertuchhalter. Das Kavaliertuch kennt ja nun wirklich jeder! Leider macht sich das Banausentum mittlerweile so weit, dass das Kavaliertuch abartig Profan als "Einstecktuch" bezeichnet wird. Pfui! Immerhin ist aber sein Fixierungszubehör so exklusiv, dass es im Internet nicht erstanden werden kann. Völlig zu Recht, wie ich finde. Der lederne Kavaliertuchhalter sollte wirklich nur absoluten Oberklasse unserer Gesellschaft vorbehalten sein. Und diese wird dann schätzungsweise auch etwa €100,- dafür asgeben wollen. Immerhin sieht man das Teil ja nicht, da muss es wenigstens auf der Spesenabrechnung was hermachen.

Platz 5, mit einem Paukenschlag, muss eindeutig an die Charity-Deluxe-Edition des Albums Aggro Grünwald der Stehkrägen gehen. Für veritable €401,- bekommt man hier noch wirklich was für sein Geld! Nicht nur 15 herrausragende Musikstücke der Oberklasse erfreuen den Käufer. Nein, er kann dieses Geschäft sogar mit einem mehr als reinen Gewissen abschließen. Immerhin ist im Kaufpreis eine Spende von €1,- an den gemeinnützigen Verein "Die Straßenkinder von Monaco e.V." enthalten. Die Güte gegenüber seinen Mitmenschen sollte einem schon so viel Wert sein.
Produziert wurde dieser Hochgenuss fürs edle Ohr von DJ Bling Bling, erschienen ist die Platte bei Upperclass Records.
Ich spreche hiermit eine absolute Kaufempfehlung aus! Dieses Album ist ein Muss für jeden Monetarier und all jene, die es noch werden wollen!

Um es dem Leser einfacher zu machen habe ich einmal gerechnet: Die Obenstehende Einkaufsliste würde den weltoffenen Dandy ein minimales Loch von €967,- in die Haushaltskasse reißen.
Ein absolut zu verschmerzender Betrag, finde ich. Immerhin ist es ja eine Investition in das eigene Image, und das kann gar nicht hoch genug bezahlt werden!

In diesem Sinne: Kragen hoch und durch!

Gruß.


Flüche

Fieses Eigenes

Schwarzer Komplize

Dunkle Gefährten

Evil Links

Teufels Küche

Vergangenes

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