Zeit ist Geldverschwendung
Published Montag, Oktober 16, 2006 by Avaron | E-mail this post
Leistungskurse, Grundkurse. Freistunden. In der Kollegstufe lernen wir vor allem eines: Geldausgeben. Wenn man einen Stundenplan wie schweizer Käse hat, ist man eben am meisten in der Stadt unterwegs und lässt sein Geld bei einschlägigen Monetenfressern wie McDoof, WürgerKing, Subway oder Dönerbude ("Gammelfleisch? Egal, dass fällt neben meinem BSE und MKS gar ned auf."). Den Kaffeeverbrauch (durchschnittlich 2-3 Becher pro Vormittag) brauch ich gar nicht erwähnen. Und wenn man mal ausnahmsweise keinen Hunger hat, fließt die Kohle eben in die aktuelle Spiegel- oder wahlweise GameStar-Ausgabe, mit der man die Zeit totschlagen will. Da ist es doch kein Wunder, dass wir armen Schüler nie Geld haben, oder? Also. Und irgendwas muss man ja machen, um die Zeit zwischen dem Ende der 4. Stunde (11.15 Uhr) und der nächsten Unterrichtsstunde in der 9. (14.45 Uhr) zu überbrücken. Lernen? Hausaufgaben? Hallo, wir sind K-o-l-l-e-g-s-t-u-f-e! Fast schon
Studenten! Da machen wir doch keine Hausaufgaben mehr. Mathe kriegen wir auch so irgendwie hin. Und ausserdem würde das gar nicht gehen, weil wir mittlerweile nach dem Döner überm Spiegel auf der Couch im Kollegstufenzimmer eingepennt sind, musikalisch untermalt aus den Stöpseln des mp3-Players. Wenn der nicht grad gegen die Musikauswahl wettert. Und dann wachen wir wieder auf, stellen fest, dass bis zum Beginn der 9. Stunde noch 15 Minuten Zeit sind und wir jetzt einen Kaffee gebrauchen könnten. Und ein kleiner Snack wär auch nicht schlecht... .
Aber so ist es eben. Ohne würde ich den Tag gar nicht schaffen. Frühs muss der Kaffee einfach sein, damit das Hirn pünktlich zum Beginn der ersten Pause auf Betriebstemperatur ist. Und ständiges Kauen regt ja bekanntlich den Kreislauf und damit die Konzentrationsfähigkeit an. Hab ich zumindest irgendwo gelesen, glaub ich.
Der Kampf gegen die einschläfernde Wirkung der mathematischen Hieroglyphen auf der Tafel bei gleichzeitigem Simultanübersetzen der Lehrersprache durch den Nachbarn... da muss man Multitaskingfähig sein. Und deshalb muss die ständige Energiezufuhr gewährleistet sein. Ergo: Eigendlich müsste die Schule uns ständig mit den nötigen Gütern versorgen, denn es ist ja ihre Pflicht, uns immer am Ball zu halten. Ich hätte da auch schon eine Idee: Diese 40 Euro Büchergeld, die ich füs nix und wieder nix zahle, die könnte man dann einem sinnvollerem Verwendungszweck zuführen. Und wir Schüler hätten ein Finanzproblem weniger...
Labels: Fieser Kram
Und das ganze dann noch plus 500 Öcken Studigebühren... ;)
Schön, dass sich manche Sachen niemals ändern werden.
P.S.: Ich hab nie Büchergeld bezahlt.
Staat 0:1 Michi
Har! Kenn ich. meinte einer bei mri auch:
"Diese scheiss Freistunden machen mich noch arm."
"Dann hol dir doch einfach keinen Döner."
"Doch!"
Den Dialog kenn ich auch.